soundsysteme wie dolby digitalWährend in der Frühzeit des Heimkinos an fetten oder gar kinoähnlichen Sound gar nicht zu denken war, hat es auf diesem Gebiet, vor allem seit Beginn der 1990er Jahre, gewaltige Fortschritte gegeben. Bei allen konkurrierenden Standards und Formaten ist es für den Einsteiger ins Heimkino-Vergnügen hier gar nicht so einfach den Überblick zu behalten und die passende Technik für das eigene Heimkino zu finden.

Stereo – der Klassiker

In der Heimkino-Technik von heute, und wohl noch weniger in den Heimkino-Technologien der Zukunft, spielt der Klassiker Stereo-Wiedergabe auf den ersten Blick natürlich keinerlei Rolle mehr. Schließlich wird der Markt von verschiedenen, meist voll digitalen, Mehrkanal-Formaten dominiert. Dennoch lohnt es sich für den perfekten Klang im Heimkino auch mit Stereo zu beschäftigen, denn in jedem 5.1-System sollten neben dem Center-Lautsprecher für die klare Sprachwiedergabe auch stets zwei vollwertige Lautsprecher für Links und Rechts enthalten sein. Nur mit ihrer Hilfe nimmt der Heimkino-Experte am besten auch die Planung der optimalen Aufstellung von Speakern und Sitzmöbeln im heimischen Kino-Raum vor. Center, Surround-Speaker und Subwoofer sollten erst hinzu genommen werden, wenn das Sterobild sich vollkommen ausgewogen darstellt. Ein perfekt aufgestelltes Stereopaar bietet darüber hinaus den Vorteil, dass auch CDs, zum Beispiel mit klassischer Musik, im Heimkino exzellent wiedergegeben werden können.

Dolby Pro Logic – die Simulation von Mehrkanalton

Das von der 1965 in Großbritannien gegründeten Firma Dolby Laboratories vertriebene System Dolby Pro Logic wird von der Industrie oftmals fälschlicherweise als echtes Mehrkanal-System dargestellt. Dies trifft allerdings nicht zu, denn Dolby Pro Logic ist kein digitales Mehrkanal-Tonsystem sondern basiert rein auf Analog-Technik und ist darüber hinaus auch nur eine Simulation von echtem Raumklang. Als Ausgangsbasis für diese Raumklang-Simulation dient stets eine herkömmliche Stereo-Klangquelle. Dolby Pro Logic basiert auf dem bereits im Jahre 1976 entwickelten Kino-Stereo-Format Dolby Stereo und wurde 1986 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, eine Weiterentwicklung unter der Bezeichnung Dolby Pro Logic II wurde im Jahre 2000 von Dolby präsentiert. Seit dieser Weiterentwicklung ist Dolby Pro Logic auch in der Lage ein 5.1 Klangbild zu simulieren. Eine weitere technische Fortentwicklung folgte bald mit Dolby Pro Logic IIx für die 7.1-Simulation.

Wo kommt Dolby Pro Logic heute noch zum Einsatz?

Da auch in der heutigen Zeit auf der Seite der Verbraucher nach wie vor großer Bedarf an der Simulation von Surround-Sound aus einer einfachen Stereoquelle besteht, konnte sich Dolby Pro trotz seines für einen Technikstandard hohen Alters noch gut im Markt behaupten. Haupteinsatzgebiete sind vor allem Spielkonsolen, da diese aus Kostengründen keine vollwertige Surround-Technologie mit diskreten Kanälen an Bord haben, aber auch die simulierte 5.1-Wiedergabe von Audio-CDs oder Stereo-Ton des Fernsehers über eine kompakte 5.1-Anlage erfreut sich einiger Beliebtheit. Für die professionellen Ansprüche in einem echten Heimkino ist Dolby Pro Logic allerdings eher ungeeignet, denn die Möglichkeiten des Surround-Klanges werden hier nur unzureichend ausgenutzt. Insbesondere die klare Zuordnung auf die wichtigen Kanäle Center und LFE (Subwoofer) lässt in der Simulation des öfteren zu wünschen übrig.

Dolby Digital – die Technik des Industrie-Standards

Im Unterschied zur Surround-Simulation Dolby Pro Logic bietet das im Jahre 1992 erstmals vorgestellte Surround-Sound-Format Dolby Digital echten Raumklang mit sechs diskreten Kanälen. Diese tragen die Bezeichnungen L (Links), C (Center), R (Rechts), LS (Linker Surround), RS (Rechter Surround) und Sub beziehungsweise LFE (Low Frequency Effects). Diese einzelnen Kanäle von Dolby Digital werden dabei aus einem so genannten AC-3-Datenstrom mit Hilfe eines Decoders entschlüsselt und auf die entsprechenden Lautsprecher im Heimkino-Raum verteilt.

Dolby Digital löst alte analoge Systeme im Kino ab

Der erste Kinofilm in Dolby Digital war im Jahre 1992 die Warner Bros.-Priduktion “Batman Returns”. Nach dieser erfolgreichen Einführung breitete sich Dolby Digital schnell über die Kinosäle der Welt aus. Im Bereich des Home Entertainment und damit natürlich auch des Heimkinos ist Dolby Digital als legitimer digitaler Nachfolger der analogen Surround-Standards Dolby Surround und Dolby Pro Logic anzusehen.

Dolby Digital heute

Der endgültige Durchbruch im Endverbraucher-Markt und seine bis heute marktbeherrschende Stellung verdankt Dolby Digital zu einem großen Teil der Tatsache, dass dieses Format im Jahre 1995 als Industrie-Standard für die DVD (Digital Versatile Disc) festgelegt wurde und es auch noch bis heute ist. Die ersten Dolby-kompatiblen Verstärker kamen im darauf folgenden Jahr auf den Markt.

DTS – die Alternative zu Dolby

Das digitale Mehrkanalformat DTS ist eine eigenständige Entwicklung des US-amerikanischen Audio- und Kinoton-Spezialisten Digital Theater Systems Inc. aus dem Jahre 1990. Der Durchbruch auf dem Kinomarkt gelang bereits im Jahre 1993 mit dem Blockbuster “Jurassic Park”, der neben beeindrucken Visual Effects eben auch mit einer außergewöhnlichen Tongestaltung aufwarten konnte. Im Gegensatz zur Dolby-Technologie unterscheidet sich technische Umsetzung zwischen DTS-Technik im Kinosaal und DTS-Lösungen für das Heimkino doch erheblich und so dauerte es noch weitere drei Jahre bis im Jahre 1996 die ersten DTS-kompatiblen Systeme für den Endverbrauchermarkt realisiert wurden.

DTS vs. Dolby – die klanglichen Unterschiede

Ebenso wie Dolby Digital verwendet auch DTS komprimierte Audio-Daten für die einzelnen diskreten Kanäle im Surround-Sound. Die Datenraten bei DTS sind allerdings deutlich höher als beim Mitbewerber Dolby Digital, die Audioqualität steigt dabei aber nicht parallel zur höheren Datenrate, sondern ist bei DTS nur geringfügig höher als bei Dolby Digital. Vor allem auf sehr hochwertigem Audio-Equipment spielt die DTS-Technologie allerdings ihre Vorzüge aus und erreicht ein durchweg klareres Klangbild und auch eine breitere Spanne in der Wiedergabe von Passagen mit unterschiedlicher Dynamik.

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